04.04.2018 - Märkte: Monatskommentar März 2018

Maerkte-Monatskommentar-Maerz-2018

Handelsstreit drückt Laune an den Börsen

Die Stimmung an den Märkten trübte sich im März aus mehreren Gründen ein, vor allem aufgrund des Handelsstreits zwischen den USA und verschiedenen Handelspartnern, der einiges Eskalationspotenzial beinhaltet.

Die Aktienmärkte setzten im März ihren Abwärtstrend seit Ende Januar fort. Weltweit gaben fast alle Indizes nach. Der DAX schloss um -2,7% schwächer, der europäische Stoxx 600 Index gab um -2,3% nach. Der US-amerikanische S&P 500 Index verlor -3,3%, und in Asien notierte der Hang Seng Index um -3,4% leichter – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Die Stimmung an den Märkten trübte sich im März aus mehreren Gründen ein, vor allem aufgrund des Handelsstreits zwischen den USA und verschiedenen Handelspartnern. US-Präsident Donald Trump verhängte wie angekündigt Importzölle auf Stahl und Aluminium trotz aller in- und ausländischen Kritik, vorerst aber nur für Einfuhren aus China. Das sich möglicherweise anbahnende Geflecht aus Maßnahmen und Gegenmaßnahmen hat das Potenzial, auch die EU und damit die exportabhängige deutsche Wirtschaft zu erfassen, und belastete die Aktienmärkte. Zudem verteuerte sich Öl von 65 auf knapp über 70 US-Dollar pro Barrel dank der weltweit hohen Nachfrage aus der Industrie – deren Produktion stieg u.a. in den USA, China, Deutschland und Japan. Die internationale Energieagentur (IEA) rechnete damit, dass der höhere Bedarf im laufenden Jahr nur zum Teil durch die Produktion von US-Schieferöl ausgeglichen werden dürfte, auch weil sich die OPEC-Mitgliedsländer an die Ölförderbeschränkungen des Kartells hielten.

Politische Unruhe beeinflusste die Stimmung an den Börsen zusätzlich negativ. Das Personalkarussell in der US-Regierung drehte sich erneut, prominenteste Abgänge waren US-Außenminister Rex Tillerson und Wirtschaftsberater Gary Cohn, die sich einerseits für mehr Diplomatie und anderseits gegen Strafzölle ausgesprochen hatten. Auch der diplomatische Konflikt um den – bislang ungeklärten – Nervengiftanschlag auf einen russischen Ex-Agenten in Großbritannien weitete sich im Monatsverlauf aus. Nach Großbritannien wiesen auch viele andere westliche Länder russische Diplomaten aus, während Russland gleichermaßen reagierte.

Schlechte Nachrichten kamen auch aus einer Branche, deren Rolle sonst oft die eines Schrittmachers der Börsen war: Durch einen Datenskandal des weltweit größten Social-Media-Netzwerks und einen weiteren Unfall eines autonom fahrenden Autos, der die US-Verkehrsbehörde auf den Plan rief, gerieten Technologiewerte in die Diskussion. Wegen ihrer teilweise hohen Bewertungen erschienen sie vielen Investoren korrekturanfällig.

Auf der positiven Seite zeichnete sich im März eine gewisse Entspannung zwischen Nordkorea und Südkorea sowie den USA ab. Eine Einigung zwischen der EU und Großbritannien auf eine Brexit-Übergangsperiode ist auch ein positives Signal. Außerdem ließ die US-Notenbank verlauten, die Leitzinsen im laufenden Jahr trotz der guten Konjunktur nur noch zweimal statt dreimal anzuheben. Die Europäische Zentralbank beließ, auch angesichts des geringen Preisdrucks im Euroraum, die Leitzinsen unverändert bei 0,0%, deutete aber ein Auslaufen des Anleihekaufprogramms im Herbst an.

 

Hinweis: Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Langfristige Erfahrungen und Auszeichnungen garantieren keinen Anlageerfolg. Wertpapiere unterliegen marktbedingten Kursschwankungen, die möglicherweise nicht durch das aktive Management des Vermögensverwalters oder des Anlageberaters ausgeglichen werden können. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen. Alle Angaben sind mit Sorgfalt und nach bestem Wissen entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Trotz aller Sorgfalt können sich die Daten inzwischen verändert haben. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb der in dieser Information genannten Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlagerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie kostenfrei in deutscher Sprache unter www.dje.de erhalten.