29.01.2019 - Märkte: FMM Strategie

Maerkte-FMM-Strategie

Gegenbewegung an den Märkten möglich

Eine markttechnische Gegenbewegung halten wir schon in den nächsten Monaten für möglich. Im Moment belasten vor allem die oft genannten, noch immer ungelösten Probleme wie der Handelskonflikt und der Brexit. Deren negative Wirkung dürfte im Jahr 2019 aber allmählich nachlassen.

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen.

Vom Analystenteam der DJE Kapital AG

 

Mit unserer vorsichtigen Haltung lagen wir im Dezember richtig, denn der Monat hatte es in nach einem äußerst schwachen Herbst 2018 noch einmal sich. Wir glauben aber langfristig weiter an Aktien und halten inzwischen eine markttechnische Gegenbewegung schon in den nächsten Monaten für möglich. Im Moment belasten vor allem die oft genannten, noch immer ungelösten Probleme wie der Handelskonflikt und der Brexit. Deren negative Wirkung dürfte im Jahr 2019 aber allmählich nachlassen.

Unterm Strich gehen wir von einer schwächeren Konjunktur im ersten Quartal aus, was aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss für die Börse, denn hier ist bereits viel eingepreist. Aus heutiger Sicht ist es aber noch keine ausgemachte Sache, dass 2019 ein gutes Jahr wird, auch wenn sich die Konjunkturdaten dank geringerer Ausgangsbasis im 2. Halbjahr bessern können. Daher halten wir uns strategisch etwas zurück und bleiben wie im Vormonat bei einer reduzierter Aktienquote und 10-15% Cash. Bei den Sektoren empfehlen wir eine neutralere Aufstellung.

Fundamental

  • Die Schwellenländer ziehen wieder an, erstmals seit Jahren. Die Bewegung könnte noch ein bisschen tragen und würde durch einen schwachen Dollar gestützt werden. Südamerika sticht hier positiv hervor.
  • Zyklische Unternehmen sprechen in Meetings mit uns nicht von einem Einbruch, wohl aber von einer Verlangsamung des Wachstums. Insgesamt scheint die Börse schon recht viel einzupreisen.
  • In der laufenden Berichtssaison wird es nur wenige optimistische Ausblicke geben. Allerdings sind viele Werte bereits stark gefallen, so dass Aussagen zu einer stabilen Situation schon genügen dürften, um positive Reaktionen auszulösen. Die Kursreaktionen könnten spannend werden, weil dann zu sehen sein wird, was schon eingepreist ist. Beispielsweise waren Bauaktien sehr schwach, obwohl die Daten das bis jetzt noch nicht rechtfertigen.
  • Wir haben verständlicher Weise keine klare Einschätzung zum Brexit. Wir beobachten die Situation in UK und entscheiden uns, mit dem Trend zu gehen, wenn Fakten auf dem Tisch liegen. Je unwahrscheinlicher ein ungeregelter Brexit wird, desto positiver wird der Markt reagieren.
  • Es kann sein, dass in einem Jahr niemand mehr von einem Handelsstreit reden wird. Das Thema lässt zuletzt auch in der Wahrnehmung der Investoren (Fundmanager Survey) nach. Gewisse Abnutzungserscheinungen machen sich breit. Wir gehen von einer Teileinigung in den nächsten Wochen aus mit Zugeständnissen von beiden Seiten. Immerhin sind die Chinesen auch in einer Situation, in der sie sich bewegen müssten. Trump dürfte eher an einem kurzfristigen Deal Interesse haben als an dem langfristigen Ziel, die Vorherrschaft der Chinesen nachhaltig zu unterdrücken.
  • Deutschland scheint vorerst an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt zu sein, wie die ersten Schätzungen vom statistischen Bundesamt nahelegen.
  • Laut Kühne & Nagel dürfte insbesondere das erste Quartal noch einmal schlechter ausfallen, weil aufgrund der Zollandrohungen viele Orders in das Q4 vorgezogen wurden. Das könnte sich in Q1 rächen.
  • Der Autoabsatz in China war schwach wie selten, sollte aber demnächst Unterstützung von staatlicher Seite erfahren.
  • Bislang wird Chinas Wirtschaft – abgesehen von den Mindestreservesätzen – noch nicht stimuliert.
  • Die USA stimulieren derzeit v.a. fiskalisch über höhere Defizite. Eventuell könnte das schwerer werden, wenn jetzt die Demokraten mit am Werk sind.
  • An einen Einbruch im Bausektor in den USA glauben wir nicht, dafür sprechen unsere Immobiliendaten bislang nicht. Die Konjunktur in den USA ist insgesamt noch als gut zu bezeichnen.
  • In Hongkong sind die Immobilienpreise schon deutlicher gefallen, aber die Aktien der Immobilienunternehmen stört das zurzeit nicht, ihre Aktienkurse steigen deutlich.

 

Monetär

  • Wir gehen davon aus, dass die Zinserhöhungen in den USA nicht so schnell kommen und zunächst vom Tisch sind. Vorsicht ist angesagt bei den Anleiheverkäufen der US-Notenbank (Fed), um die Bilanz zu schrumpfen. Hier ist uns der Autopilot der Fed nicht ganz geheuer. Ansonsten ist es eine durchaus vernünftige Strategie, die Entscheidungen nicht starre Festlegung, sondern in Abhängigkeit von der Situation zu fällen. Die Zinsen anzuheben war bisher eine gute Politik. Damit hat sich die Fed Spielraum aufgebaut.
  • Vergleichen zum BIP ist die Notenbankbilanz der USA weniger dramatisch aufgeblasen worden als in anderen Regionen. Wir haben den Eindruck, dass die Fed ihre Politik gut unter Kontrolle hat. Wir erwarten nur dann Zinserhöhungen, wenn der Aktienmarkt gut läuft, sonst wird nichts gemacht. Insofern kann von der Zinsseite nicht viel Negatives passieren.
  • Die EZB wird wohl einen ersten Zinsschritt wagen. Wir halten das nicht für angebracht, aber angeblich sind die Entscheider so dogmatisch, dass sie darauf bestehen.

 

Markttechnisch

  • Die meisten Sentimentindikatoren bewegen sich auf sehr konstruktiven Niveaus. Bei wenigen ist allerdings blanke Panik zu erkennen.
  • Es gibt zahlreiche positive Signale für den Euro. Wir bleiben bei unserer Meinung, dass der Euro bei 1,13 gut unterstützt ist.
  • Bull & Bear (Indikator der Bank of America Merrill Lynch) liefert erstmals Kaufsignal.

 

 

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