13.11.2018 - Märkte: FMM-Strategie

Maerkte-FMM-Strategie

Umschwung und Jahresendrally nach Kurseinbruch möglich

Der Oktober war einer der schlechtesten Monate seit langem, aber viele markttechnische Indikatoren wie Put/Call-Ratios und Investitionsquoten deuten auf Umschwung und Erholung hin. Für das erste Halbjahr 2019 sind wir zurückhaltender und positionieren uns defensiv.

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen.

Vom Analystenteam der DJE Kapital AG

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen.

Vom Analystenteam der DJE Kapital AG

Der Oktober war einer der schlechtesten Monate seit langem. Das hat den Indizes und unseren Portfolios zugesetzt. Wir rechnen damit, dass nach einem so schlechten Monat zunächst eine Erholung einsetzt, denn zahlreiche markttechnische Indikatoren deuten auf eine Bereinigung hin. Somit sind wir verhalten zuversichtlich, einen Teil der Oktober-Verluste ausgleichen zu können, denn normalerweise gibt es am Jahresende saisonalen Rückenwind und die Aktienrückkäufe setzen nach jüngster Unterbrechung nun wieder ein.

Mit Blick auf 2019 sind wir dagegen zurückhaltender, denn die Konjunktur wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit abschwächen. Insofern erhöhen wir jetzt auch nicht deutlich die Investitionsquote, sondern versuchen einen besseren Zeitpunkt zu finden, um Risiko herauszunehmen. Mit einer defensiveren Länder- und Sektorenauswahl haben wir diese Richtung eingeschlagen.

Die Berichtssaison war in Europa so schlecht wie seit 2008 nicht mehr, und entsprechend hat es auch zahlreiche Unternehmen getroffen, in die wir investieren. Wenn sich der Aktienmarkt in den nächsten zwei Monaten, wie von uns erwartet, erholt, dann sollte das auch dem Euro helfen, weil der USD i.d.R. eine Risk-off-Währung ist.

Fundamental

  • Das Wahlergebnis der US-Zwischenwahlen – eine Mehrheit der Demokraten gegenüber den Republikanern im Repräsentantenhaus – ist unseres Erachtens vom Markt erwartet worden und dürfte nicht belasten. Die Kurse zeigen es auch schon.
  • US-Präsident Trump muss jetzt Kompromisse schließen, auch wenn ihm das sehr schwer fallen wird. Das Poltern sollte nachlassen.
  • Wahrscheinlich wird in den USA viel diskutiert werden, man wird sich gegenseitig blockieren und geändert wird unterm Strich nicht viel. Am wichtigsten bleibt eine baldige Lösung im Handelsstreit.
  • Für den Euro sehen wir leichten Rückenwind. Wir unterstreichen nochmal unsere Einschätzung vom letzten Meeting. Die Sentiments und Positionierungen sind nicht extrem, aber wir sehen genug Unterstützung, dass die 1,15 bzw. jetzt eher 1,13 halten sollten.
  • Wenn Trump auch das Repräsentantenhaus gewonnen hätte, dann wäre unsere Einschätzung für Anleihen negativer gewesen wegen der ausufernden Fiskalprogramme. Diese Gefahr besteht jetzt nicht mehr, wenn er mit den Demokraten in voraussichtlich langwierige Abstimmungsrunden geht. Damit dürften die Renditen nicht signifikant steigen, was auch für Aktien eine positive Rückkopplung hätte. Grundsätzlich lasten aber natürlich die Anleihenverkäufe der US-Notenbank (FED) auf den Anleihenkursen, und bevor der Handelsstreit nicht beigelegt ist werden auch die Chinesen nicht als Käufer auftreten.
  • In Europa halten wir den deutschen Weg, die Defizite weiter herunterzufahren, für nicht zielführend, weil die Konjunktur auch so schon genug Gegenwind hat. An die Maastricht-kriterien hält sich ohnehin niemand mehr. In Europa sollte zumindest der zuletzt schwache Euro noch einen konjunkturellen Rückenwind darstellen.
  • In China waren die Einkaufsmanagerindizes zuletzt, wie auch in Europa, im Rückwärtsgang. Anders als in Europa sind sie in China nur noch ganz knapp über 50 und könnten im nächsten Monat in die Kontraktion übergehen, was negative Nachrichten mit sich bringen würde. Die Export-Komponente ist sogar schon unter der wichtigen Schwelle von 50. Positiv stimmt uns aber, dass die chinesische Regierung entschlossen handeln wird, wie auch die jüngsten Maßnahmen für Steuererleichterungen und PKW-Subventionen (Autos <1,6L) zeigen. Solche Maßnahmen greifen aber immer erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Insgesamt halten wir das Risiko für gering, dass in China etwas gegen die Wand fährt. Dass sich das Wachstum abschwächt, dürfte inzwischen eingepreist sein.

 

Monetär

  • Die viel beachtete Zinsstrukturkurve ist zuletzt nicht weiter gefallen und bleibt damit noch etwa 30 Basispunkte von der Inversität entfernt.
  • Wir gehen von zwei weiteren Zinsschritten der FED im 1. Halbjahr 2019 aus und glauben, dass die FED mit nachlassender Konjunktur und schwierigerer Börse im 1. Halbjahr den Fuß sukzessive von der Bremse nehmen wird.
  • Solange die FED nicht übertreibt, gehen wir in den USA nicht von einer Rezession aus, weil die Wirtschaft sehr dynamisch läuft und die Zinsen noch kein Niveau erreicht haben, dass eine Rezession ausgelöst wird.
  • Für europäische Unternehmensanleihen sollten wir noch vorsichtiger werden, denn wenn die EZB im nächsten Jahr nicht mehr kauft, dann wird es schwierig.
  • Die Geldmengenwachstumsraten schwächen sich weltweit weiter ab und liefern keinen Rückenwind.
  • Es wird im Moment nicht davon gesprochen, aber wenn sich die Lage in Italien nicht mit normalen Verhandlungen beilegen lässt, dann könnte EZB-Präsident Draghi theoretisch noch ein LTRO-Programm (längerfristige Refinanzierungsgeschäfte) aus der Schublade ziehen und somit spezifische Hilfe leisten. Wir gehen aber von einer Lösung aus, weil niemand eine Eskalation will, auch die Italiener selbst wollen im Euro bleiben.
  • Die US-Ratingagenturen könnten für Italien das Zünglein an der Waage sein, aber auch die haben kein Interesse an einem starken Dollar. Wir unterstellen dabei, dass die Ratingagenturen nicht vollkommen frei entscheiden und das Rating für Italien Im Investmentgradebereich verbleibt.
  • Von der Inflation gibt es für die nächsten Monate noch keine richtige Entwarnung, weil die Ölpreise stark sind und die Löhne steigen. Bei den Löhnen dürfte es aber basiseffektbedingt, zumindest im nächsten Monate, einen Rückgang auf unter 3% geben.

 

Markttechnisch

  • In der jüngsten Abwärtsbewegung lief v.a. Quality. Wenn wir jetzt von einer Erholung ausgehen, dann dürften auch Werte profitieren, die nicht zu Quality zählen, z.B. Autoaktien. Das gilt aber nur taktisch bis zum Jahresende.
  • Indikatoren in den USA und Deutschland sprechen dafür, dass zumindest zahlreiche Leute an der Seitenlinie stehen und sich einer Jahresendrally anschließen könnten, wenn sie denn kommt. Zu den Indikatoren gehören unsere Volatilitätsindizes, Sentimentumfragen, Put/Call-Ratios und Investitionsquoten. Das hat sich, insbesondere in den USA, deutlicher gedreht in den letzten Wochen.
  • Anleihen sind weiterhin massiv geshortet. Das könnte sich auflösen, wenn die Konjunktur in den USA etwas schwächer verläuft. Bislang gibt es aber noch wenig Anzeichen dafür. Das wird aber ein Thema für 2019.
  • Wir sind mittelfristig skeptisch mit Blick auf die Anleihenmärkte und bleiben bei unserer Einschätzung, dass wir kein Segment auf positiv stufen. Kurzfristige Schwankungen muss man allerdings taktisch mitnehmen, wenn man es schaffen will, Rendite in den Portfolios zu generieren. Das kann man dann z.B. über Bund-Futures abdecken, um eine Gegenposition zu den Unternehmensanleihen zu haben.
  • Gold ist nicht mehr so eindeutig positiv wie im vergangenen Monat aber die meisten Indikatoren deuten weiter auf eine Erholung. Das würde passen, wenn der USD auch etwas schwächer tendieren würde.
 

Hinweis: Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Langfristige Erfahrungen und Auszeichnungen garantieren keinen Anlageerfolg. Wertpapiere unterliegen marktbedingten Kursschwankungen, die möglicherweise nicht durch das aktive Management des Vermögensverwalters oder des Anlageberaters ausgeglichen werden können. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen. Alle Angaben sind mit Sorgfalt und nach bestem Wissen entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Trotz aller Sorgfalt können sich die Daten inzwischen verändert haben. Weitere Informationen zu Chancen und Risiken finden Sie auf der Webseite www.dje.de. Der Verkaufsprospekt und weitere Informationen sind in deutscher Sprache kostenlos bei der DJE Investment S.A. oder unter www.dje.de erhältlich. Verwaltungsgesellschaft der Fonds ist die DJE Investment S.A. Vertriebsstelle ist die DJE Kapital AG.