14.03.2019 - Märkte: FMM-Strategie

Maerkte-FMM-Strategie

Zuversichtlich ins Frühjahr

Die Märkte dürften ihre Erholung im Frühjahr weiter fortsetzen, auch wenn eine kurzfristige Konsolidierungsphase nicht auszuschließen ist.

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen.

Vom Analystenteam der DJE Kapital AG

Angesichts der positiven Wertentwicklung an den Aktienmärkten war es richtig, die Investitionsquoten bereits am Jahresanfang zu erhöhen, was unseren Aktienfonds auch zugutegekommen ist. März und April sind saisonal gesehen gute Börsenmonate und wir gehen davon aus, dass sich die laufende Erholungsbewegung weiter fortsetzt.

Kurzfristig ist allerdings eine technische Konsolidierung nicht auszuschließen, vor allem die Marke von 2.800 Punkten stellt beim US-amerikanischen Index für Standardwerte, dem S&P 500, einen starken Widerstand dar. Aus markttechnischer Sicht erscheinen aber weiterhin neue historische Höchstkurse im Frühjahr realistisch. Hierfür sprechen unter anderem die jüngst auf einen neuen Höchststand gestiegene US-Advance-Decline-Linie (diese läuft dem Index meist voraus) und die nach wie vor relativ niedrigen Aktienpositionierungen der Investoren.

Unserer Meinung nach wurden viele Marktteilnehmer 2019 überrascht von der (voraussichtlich positiven) Entwicklung der Gespräche über den Handelskonflikt zwischen den USA und China. An den Aktienmärkten erscheint eine Einigung im Handelsstreit aber inzwischen auch eingepreist. China macht auch konjunkturell das Richtige und stimuliert aggressiv, u.a. in Form von stark wachsendem Total Social Financing*, Mindestreservesenkungen und Steuersenkungen. Diese stimulierenden Maßnahmen dürften sich mit Zeitverzug (1–2 Quartale?) auch positiv auf das chinesische Wirtschaftswachstum auswirken.

Wenn China sich wirtschaftlich verbessert dürfte dies auch positiv für die meisten anderen asiatischen Märkte sein. Auch Deutschland könnte von einer besseren chinesischen Wirtschaft profitieren. Für einen anhaltenden Börsenaufschwung über das Frühjahr hinaus bedarf es unserer Meinung nach aber vor allem einer expansiven US-Notenbankpolitik (d.h. keine weiteren Zinserhöhungen und Beendigung der Anleiheverkäufe). Eine Zinserhöhung im März halten wir für ausgeschlossen aber mit Blick auf zweite Halbjahr 2019 lassen sich aktuell noch keine klaren Aussagen zur erwarteten Fed-Politik treffen.

Gefahren sehen wir vor allem für den deutschen Markt bzw. für den deutschen Automobilsektor in weiterhin mögliche US-Zöllen, nicht gegen China, aber gegen Europa/Deutschland: Aus diesem Grund sehen wir auch den Sektor der europäischen Automobilproduzenten mit Vorsicht.

Fundamental

  • Die Gespräche zwischen den USA und China dürften viele Investoren überrascht haben. An den Aktienmärkten erscheint eine Einigung im Handelsstreit aber inzwischen auch eingepreist.
  • China stimuliert auch aggressiv (u.a. in Form von stark wachsendem Total Social Financing*, Mindestreservesenkungen, Steuersenkungen) und diese Stimulus-Maßnahmen dürften sich mit Zeitverzug auch positiv auf das chinesische Wirtschaftswachstum auswirken.
  • Die oftmals im Fokus stehenden chinesischen Verschuldungszahlen sind unserer Meinung nach aufgrund der hohen volkswirtschaftlichen Sparquote kein Problem.
  • Wenn China sich wirtschaftlich verbessert dürfte dies auch positiv für die meisten anderen asiatischen Märkte sein. China zieht quasi viele ASEAN-Staaten mit. Auch Deutschland könnte von einer besseren chinesischen Wirtschaft profitieren.
  • Verstärkte Käufe chinesischer Aktien durch ausländische Investoren wirken aktuell positiv auf den chinesischen Aktienmarkt.
  • China dürfte demzufolge mit Blick auf die kommenden Monate kein Risiko für die globalen Aktienmärkte sein.
  • Region Europa: beste regionale Entwicklung zuletzt in der Türkei.
  • Im Februar haben sich die Einkaufsmanagerindizes (vor allem im Dienstleistungssektor) von Deutschland und den USA verbessert.

Monetär

  • Berechtigte Frage: Führt es zu einer höheren Inflation, wenn es in China besser läuft? Aus unserer Sicht: Im Moment sind die Inflationserwartungen allerdings sogar noch weiter rückläufig – Inflation im Moment nicht das Thema.
  • US-Notenbankpolitik:Die Fed handelt nach eigener Aussage "data dependent", also abhängig von den Daten. Die vorherige „Autopilot-Strategie“ mit mehreren fest vorgeplanten Leitzinserhöhungen ist vom Tisch. Mit Blick auf das zweite Halbjahr 2019 ist die Fed sehr schwer zu prognostizieren.
  • Geldmengen-Entwicklung:
    • Weiter rückläufig sowohl in den USA als auch in China. Allerdings ist die Korrelation der Geldmengen- und Aktienmarktentwicklung in beiden Märkten nicht sonderlich groß bzw. in China kaum spürbar.
    • Europa: neues LTRO Programm könnte den Markt stützen. Die Europäische Zentralbank signalisierte zuletzt die Bereitschaft, den Banken wahrscheinlich wieder langfristige zinsfreie Refinanzierungskredite (TLTRO) einräumen zu wollen.
  • US Zinskurve:weiterhin nicht invers
  • Positiv: Kreditvergabe in China steigt um +11% auf 680 Mrd. USD im Januar

Markttechnik:

  • S&P 500 Index (USA):Technisch gesehen könnte es kurzfristig zu einer Konsolidierung kommen. 2.800 Punkte bilden beim S&P eine wichtige Linie.
  • Der Bulls-Bears-(Bullen-Bären)-Indikator mahnt temporär zu Vorsicht.
  • Positiv sind weiterhin:
    • Advance-Decline-Linien
    • >High-Yield-Renditen sind gefallen
    • >Aktien über der 200 Tage Linie (2/3 S&P)
    • Aktienfondsabflüsse / Anleihefondszuflüsse
    • Hedgefonds-Investitionen
    • Stimmung der Investoren:
      • FMS - Cash Quote mit Kaufsignal 4,8% > 4,5%
      • NAAIM** – 79,3%

 

*Total Social Financing (TSF) ist ein Instrument zur Liquiditätsmessung, das in China seit 2011 eingesetzt wird. Sie hat sich in jüngster Zeit als Maßstab der Geldpolitik in diesem Land etabliert. Es fasst die Gesamtfinanzierung durch die nichtstaatlichen Unternehmen einschließlich Einzelpersonen und Nicht-Finanzgesellschaften in China zusammen. Es umfasst Yuan-Darlehen von Banken, Fremdwährungskredite, Treuhandkredite, Bankakzeptanzscheine, Unternehmensanleihen und Eigenkapitalverkäufe der Nicht-Finanzinstitute.

**National Association of Active Investment Managers: Die Zahl gibt die durchschnittliche Aktieninvestitionsquote aktiver Fonds- und Vermögensmanager an.

 

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