11.04.2019 - Fonds: Im Interview: Dr. Jan Ehrhardt (2 von 3)

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„Es gehört Erfahrung dazu“

Im Interview erläutert Fondsmanager Dr. Jan Ehrhardt, auf welche Kennzahl er bei Aktienauswahl besonderen Wert legt und wie er bei der Auswahl der Anleihen für den DJE - Zins & Dividende vorgeht.

Der DJE - Zins & Dividende bietet seinen Anlegern seit seiner Auflage Ende 2010 Verlässlichkeit - nachhaltige Wertentwicklung und nur moderate Schwankungen. Im Interview erläutert Fonds­manager Dr. Jan Ehrhardt, auf welche Kennzahl er bei Aktienauswahl besonderen Wert legt und wie er bei der Auswahl der Anleihen vorgeht.

Haben Sie eine bevorzugte Kennzahl? Wenn ja, welche und warum?

Mit dem DJE - Dividende & Substanz manage ich seit über 16 Jahren einen auf dividendenstarke Aktien ausgerichteten Fonds. Das Aktienportfolio des DJE - Zins & Dividende konzentriert sich ebenfalls auf diese Aktien. Wenn ich mir nun eine Kennzahl aussuchen darf, die in dieser Zeit für mich am wichtigsten war, dann ist es die Entwicklung und Höhe des freien Cashflows. Diese Kennzahl umfasst alle Mittel, die dem Unternehmen zufließen, abzüglich aller Kosten und getätig­ter Investitionen. Sie sagt aus meiner Sicht viel mehr über ein Unternehmen aus als der Gewinn. Der freie Cashflow zeigt, was das Unternehmen für eventuelle Akquisitionen und Aktienrückkäufe, für Dividendenausschüttungen oder ggf. für zusätzliche Investitionen ausgeben kann. Diese Kennzahl sollte eine gewisse Konstanz aufweisen, wächst idealerweise und muss größer sein als die Dividendenausschüttung. Nur so hat man als Investor eine gewisse Sicherheit, dass die Dividende auch langfristig gezahlt und möglicherweise gesteigert werden kann.

Andere achten z.B. besonders auf das Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnis …

Pro Sektor und teilweise sogar pro Aktie macht es einen großen Unterschied, welche Kennzahl man betrachtet. Bei einem großen Nahrungsmittelwert zum Beispiel sagt das Kurs-Gewinn-Verhältnis in der Vergangenheit nicht viel aus. Bei diesem Wert ist es besser, die Dividendenrendite zu verfolgen, denn hier gibt es einen ziemlich guten linearen Zusammenhang mit der Wertentwicklung. Immer, wenn die Dividendenrendite unter 2% sank, entwickelte sich der Wert negativ. Ab einer Dividendenrendite von 2,7% jedoch konnten wir in der Vergangenheit bisher immer einen positiven Verlauf des Aktienkurses beobachten. Das heißt nicht, dass es auch in Zukunft so sein muss, aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht dafür. Für andere Werte aus anderen Branchen sind wieder andere Kennzahlen entscheidend, sei es das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das KGV etc. Es gehört Erfahrung dazu zu wissen, worauf man im speziellen Fall zu achten hat.

Lassen sich Querverbindungen herstellen zwischen den einzelnen Indikatoren?

Allerdings. Über unsere FMM-Datenbank – wir nennen sie in der neuen Version intern Trendfinder – lassen sich die verschiedensten Daten verknüpfen. Beispielsweise wie eine Aktie im Vergleich zu ihren Wettbewerbern bewertetet ist, wie sehen grundlegende Indikatoren aus, wie verhalten sich etwa Autoabsatz, Rohstoffkosten und Kreditvergabe zueinander. Wir können verwandte Ticker direkt in Beziehung setzen.

Worauf legen Sie Ihren Fokus bei der Auswahl von Anleihen?

Auch wenn es sich trivial anhört: Am wichtigsten ist es mir, dass das Geld auch zurückgezahlt wird – vor allem mit Blick auf Phasen wie 2008, dem Ausbruch der Finanzkrise. Bei Unternehmensanleihen gehen wir daher keine allzu langen Laufzeiten ein, durchschnittlich etwa drei Jahre. Das liegt nicht daran, dass wir nun einen negativen Zinsausblick hätten. Vielmehr können wir anhand unserer Analyse relativ sicher sein, dass das Unternehmen die nächsten drei Jahre auch übersteht, unabhängig davon, was weltwirtschaftlich passiert. Ein Beispiel: Mobilfunkkonzerne haben Mehrjahresverträge mit ihren Kunden, das heißt, die Firmen generieren relativ stabile Erträge, auch wenn es in der Wirtschaft bergab gehen sollte. Pharmakonzerne haben Verträge mit z.B. Kliniken oder Industriewerte haben vielleicht eine Auftragsbestand, der über die nächsten zwei bis drei Jahre erst einmal abgearbeitet werden muss … Bei vielen Unternehmen lassen sich die nächsten zwei bis drei Jahre in etwa absehen, und ihr Cashflow lässt sich prognostizieren. Auf zehn Jahre hinaus ist eine seriöse Prognose dagegen nicht möglich, selbst bei den heute erfolgreichsten Firmen nicht. Wir nehmen daher durchaus auch Anleihen von Unternehmen, die nur ein BBB- oder BB-Rating haben und dafür eine höhere Verzinsung anbieten. Dank unserer Analyse können wir davon ausgehen, dass diese Firmen die nächsten zwei bis drei Jahre auch überstehen.

Wie sieht es bei Staatsanleihen aus?

Bei den Staatsanleihen ist es etwas anders. Hier ist es wichtig, die Entwicklung der Anleihe in den nächsten Jahren einzuschätzen. Ebenso wichtig ist es, die Währung und ihre Aussichten zu bewerten und ob ein Staat gemessen an seiner Wirtschaftskraft vertrauenswürdig ist oder ob er im schlimmsten Fall seine Schulden nur über die Druckerpresse zurückzahlt. Hier ist erheblich mehr volkswirtschaftliches Research nötig. Fällt das positiv aus, gehe ich auch längere Laufzeiten ein.

 

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